1. Die "Klassiker" der Umkehrspülung (Schlitzgesteuert)
Bei diesen Motoren gibt es keine Ventile. Der Kolben öffnet und schließt die Schlitze.
Holder HD1 / Sachs 500 & 600L:
Das sind die Paradebeispiele. Die Luft wird im Kurbelgehäuse
vorverdichtet und schießt durch die Spülkanäle nach oben. Sachs hat dieses Prinzip beim 500er und 600er
(L = Luftgekühlt) zur Perfektion getrieben.
Lanz Volldiesel (z.B. D1616 bis D2816):
Im Gegensatz zum alten Glühkopf (Querstrom) nutzten die Volldiesel ebenfalls die Umkehrspülung.
Das machte sie deutlich sparsamer und spritziger.
TWN (Lanz Alldog):
Die problematische Variante der Umkehrspülung bei Luftkühlung.
2. Die Sonderform:
Normag Spülpumpenmotor
Hier wird es für Ihre Technik-Ecke besonders interessant! Der Normag ist zwar auch ein Rückkehrstrom-Motor, aber er vertraut nicht auf die Vorverdichtung im Kurbelgehäuse allein.
Die Besonderheit: Er hat einen Stufenkolben oder eine separate Spülpumpe.
Der Effekt:
Während beim Sachs 500 das Kurbelgehäuse die Luft pumpt, hat der Normag einen extra Zylinderraum,
der nur dafür da ist, die Frischluft mit Druck in den Verbrennungsraum zu jagen.
Das Ergebnis: Er spült sauberer ("reinerer" Rückkehrstrom), weil weniger Abgasreste im Zylinder bleiben.
Warum galt das Prinzip für (fast) alle?
Man wollte den Zylinderkopf so einfach wie möglich halten. Ein Zweitakter mit Umkehrspülung braucht im
Kopf keine Ventile, keine Kipphebel und keine Stoßstangen. Das spart Bauraum und Kosten, ideal für
kleine Schlepper wie den Holder.
Die einzige Ausnahme:
Gleichstromspülung
Nur um die Liste technisch abzugrenzen:
Es gibt auch Zweitakter, bei denen die Luft nicht umkehrt, sondern in eine Richtung durch den Motor
"fegt" (unten rein, oben durch Ventile raus). Das nennt man Gleichstromspülung
(wie beim Detroit Diesel oder großen Schiffsdieseln).
Aber für die Oldtimer-Liste gilt:
Ob Sachs, Holder, Lanz oder Normag, sie sind alle "Meister der Umkehr". Der Kolben schiebt die Luft
die Wand hoch, sie dreht unter dem Kopf um und drückt den Dreck raus.
Merksatz:
"Das Geheimnis des Zweitakt-Diesels der 50er Jahre lag nicht in Ventilen, sondern in der präzisen
Form der Kanäle, die den Luftstrom zur Umkehr zwangen."
Soll ich Ihnen für den Normag-Spülpumpenmotor noch ein Detail heraussuchen?
Der ist nämlich eine tolle technische Brücke zwischen dem einfachen Sachs und dem
aufwendigen Hanomag mit Gebläse.
Der Normag-Spülpumpenmotor (oft im Normag Kornett verbaut) ist ein technisches Schmankerl
für die Dokumentation, weil er ein Problem löst, an dem der Sachs 500 oder der TWN oft knabberten.
Das Problem der "normalen" Zweitakter (Sachs/Holder)
Bei einem normalen Sachs 500 dient das Kurbelgehäuse als Pumpe. Das hat zwei Nachteile:
1. Es kann immer nur so viel Luft gefördert werden, wie der Hubraum hergibt (1:1)
.
2. Die Luft kommt zwangsläufig mit dem Schmieröl im Kurbelgehäuse in Kontakt.
Die Lösung von Normag:
Die "echte" Spülpumpe"
Normag baute einen Motor, der eigentlich wie ein Zweizylinder aussieht, aber nur ein
Verbrennungszylinder ist.
Der Aufbau:
Neben oder unter dem Arbeitszylinder sitzt ein zweiter, meist größerer Kolben (die Spülpumpe).
Die Funktion:
Dieser Pumpkolben macht nichts anderes, als reine Frischluft anzusaugen und sie im richtigen Moment
in den Arbeitszylinder zu drücken.
Der "Turbo-Effekt": Da der Pumpkolben oft ein größeres Volumen hat als der Arbeitszylinder,
wird der Motor mit Frischluft förmlich "überladen". Das sorgt für eine extrem saubere Verbrennung
(Rückkehrstrom in Reinkultur), weil die Abgase mit viel mehr Druck hinausgeschoben werden.
Warum das so interessant ist:
Dieser Motor in der Doku zeigt die Entwicklungsstufen des Zweitakt-Diesels
perfekt auf:
1. Stufe 1 (Sachs 500/600): Einfach, günstig, Kurbelgehäusespülung (der "Volks-Diesel").
2. Stufe 2 (Normag): Aufwendiger, mit separater Pumpe für bessere Spülung und mehr Kraft.
3. Stufe 3 (Hanomag D 621): Die Luxus-Lösung mit mechanischem Drehkolbengebläse (Roots-Gebläse)
für konstanten Luftstrom.
Ein Detail für die "Insider":
Der Normag-Motor hat durch diese Bauweise ein ganz spezielles Geräusch.
Während der Sachs 500 eher "knallt", hat der Normag ein fast schon turbinenartiges
Ansauggeräusch der Spülpumpe unter dem eigentlichen Dieselnageln.
Ein kleiner Hinweis:
Die Spülpumpe beim Normag ist wartungsarm, aber wenn die Ventile der Pumpe
(meist einfache Flatterventile oder Lamellen) verschmutzen oder brechen,
verliert der Motor sofort massiv an Leistung, obwohl Kompression und Einspritzung perfekt sind.
Das ist ein klassischer Suchfehler bei diesen Motoren!
Sachs Dieselmotoren:
Der Sachs 600L (L für Luftgekühlt) das Flaggschiff dieser Baureihe ist, können Sie ihn als Referenz nehmen und die anderen (400er und 500er) als "kleine Brüder" mit fast identischem Erbgut beschreiben.
Hier sind die spezifischen Daten und die "Eigentümlichkeiten" für die Dokumentation, um die Lücke zu füllen:
Die Sachs-Diesel-Familie (400, 500, 600L)
Diese Motoren sind die Paradebeispiele für die Umkehrspülung mit Kurbelgehäuse-Vorverdichtung.
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Technische Daten der Sachs Dieselmotoren (Der Vergleich)
- Der Sachs Dieselmotor 600L
- Die Schmierung entscheidet über das Motorleben
Wir arbeiten noch an folgenten Themen, schauen Sie doch mal wieder vorbei.
- Technik Tipp zur Schmierung
- Einspritzpumpe und Nocke
Spaltmaß
(Kolben und Einspritzpumpe)
- Wichtige Daten Sachs 600L
- Zusammenfassung der Besonderheiten des Sachs 600L
- Motorschäden und Ursachen
Holder A12 und B12
- Holder HD1 oder Sachs 500W
Eine kurze Betrachtung des robusten Motors
im Vergleich zum Sachs 600L
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Besonderheiten beim Lanz Volldiesel
- Besonderheiten beim Normag Spülpumpenmotor
- Besonderheiten Lanz TWN Motor
- Commer Motor (Gegenkolben)
- Detroit Motor
- Hannomag Zweitakt Motoren
- Sulzer Schiffsdiesel
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