Kurzer Blick auf den Lanz Technische Besonderheit | Oldtimerzunft Guntersblum

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Nächster Stammtisch 26. Juni 2026 19:00 Uhr



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Kurzer Blick auf den Lanz

Technische Besonderheit

Bei der Betrachtung des Zweitaktdiesels und dem doch divahaften Verhaltens des Sachs 600L fallen mir ettliche Mitfahrten mit einem Lanz Volldiesel ein. Da war die Schmierölzufuhr so stark, dass der Fahrer von Zeit zu Zeit von seinem Sitz aufstand und den Auspuff auswischte. Wer einmal mit ihm mitgefahren war wusste um die Bedeutung der Lanzpocken.
Zudem wurden nicht immer Freiwillige gefunden die hinter ihm herfuhren.

Ja man könnte ein Lied anstimmen:

Fahr nicht hinter einem Bulldog her Duda Duda
die Flecken sind schwarz und schwer Duda Duda
.......
Das ist eine großartige Anekdote! Die berühmten "Lanzpocken" (die schwarzen Ölspritzer auf der Kleidung oder dem nachfolgenden Fahrzeug) sind legendär und genau der Punkt, den du ansprichst, markiert einen der größten Unterschiede in der Betriebssicherheit dieser Motoren.
Warum der Lanz "gutmütiger" war als der Sachs:

Das Ölsammelbecken:
Der Lanz (besonders die alten Glühköpfe und frühen Volldiesel) hatte oft im Kurbelgehäuse eine Vertiefung oder eine Ablassschraube für "Sumpföl". Da der Motor liegend konstruiert war, sammelte sich überschüssiges Öl unten im Zylinder oder im Kurbelgehäuse, anstatt sofort in den Brennraum gewirbelt zu werden.
Die Drehzahl:
Ein Lanz tuckert mit 350 bis 800 U/min vor sich hin. Ein Sachs 600L dreht deutlich höher (bis zu 2000 U/min). Bei den hohen Strömungsgeschwindigkeiten im Sachs wird überschüssiges Öl im Kurbelkasten sofort fein zerstäubt, mitgerissen und verbrennt, was zum gefürchteten Durchgehen führt.

Der Ölschlucker:
Wenn der Lanz zu viel Öl hatte, hat er es oft einfach durch den riesigen Auspuff "ausgespuckt", anstatt es als Kraftstoff zu nutzen. Daher der Lappen und die Pocken.
Den Lanz Volldiesel gibt oft als Schnittmodell, da er früher in Landwirtschaftsschulen als klassisches Lehrmittel diente.
Technisch ist er ein hervorragendes Beispiel für die Weiterentwicklung des Glühkopfmotors. Wie dein Sachs 600L ist auch der Lanz Volldiesel ein Einzylinder-Zweitakt-Dieselmotor, allerdings mit einer entscheidenden Besonderheit:
Er hat keinen klassischen Glühkopf mehr, der mit der Heizlampe vorgeheizt werden muss, sondern startet (je nach Modell) direkt als Selbstzünder oder mit Hilfe einer Glühkerze. Nicht zu vergessen ist die erheblich höhere Kompression des kleinen Sachs Diesel.

Merkmale im Schnittbild (Lanz Volldiesel):
Wenn du dir ein Schnittbild eines Volldiesels ansiehst (z. B. vom Typ D1616 oder D2816), fallen dir folgende echte Details auf:
  • Der liegende Zylinder:
    Im Gegensatz zum stehenden Sachs-Motor ist der Zylinder beim Lanz horizontal eingebaut.
  • Schlitzsteuerung:
    Du siehst auch hier keine Ventile. Stattdessen sind die Einlass- und Auslassschlitze deutlich in der
  • Zylinderwand erkennbar.
  • Kurbelkastenspülung:
    Das Kurbelgehäuse ist komplett abgedichtet, da dort die Luft für den nächsten Takt vorverdichtet wird.
  • Der kegelförmige Brennraum:
    Der Zylinderkopf hat eine sehr charakteristische Form mit einer zentral sitzenden Einspritzdüse.
  • Der massive Regler:
    Hinter dem (in Fahrtrichtung linken) Schwungrad sitzt der markante Fliehkraftregler, der beim Lanz oft sehr groß dimensioniert ist.