Diese Motorspritze gehörte unserem Nachbarn Herrn Rudolf Hummel. Bei einer Aufräumaktion sollte sie mit
dem Sperrmüll entsorgt werden. Mein Vater sah in den Rädern und dem Motor noch verwertbare Elemente
und holte sie über die Straße heim.
Da fristete sie ein Dasein bei anderen verwertbarem Material,
mal in der Ecke und auch mal in der Ecke.
Die Zeit verging und die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Verwertung wurde immer geringer.
Bei einer notwendigen Reparatur des Hallendaches mußte mein Bruder natürlich die Halle ausräumen,
es ging vieles zum Schrotthändler,
aber er fragte mich auch "Willst Du das haben".......
So auch bei dieser Spritze,
die Antwort war "JA".
Erst einmal sichern und an das Märchen vom häßlichen Entlein denken,
ein hübscher Schwan kam da in meinen Gedanken noch nicht vor.
Also lud ich dieses häßliche Entlein auf den Anhänger und sicherte es für den Transport, die einzelnen Teile
sind sicherlich zu verwerten.
Das zeigte sich dann bei der Motorsense, der Vergaser und die Lammellenkupplung habe ich aus der Spritze
entnommen, auch der Motor war schon für die Motorsense ausgebaut.
Dann stand die Spritze im Garten, der Motor war durch ein Speiskübel vor dem Regen geschützt.
Dann stellte sich die Frage "Schrott oder erhaltenswertes "technisches Kulturgut"......
Die Antwort folgt.....
Sie werden es schon erahnen es wird weitergehen und dieses Sprühgerät wird erhalten werden.
Es folgen Recherchen bei der Firma Solo, Solo und das Baujahr (1966) waren die einzigen Hinweise auf die
Herkunft des Gerätes.
Die Aussage von Solo, daß es sich definitiv nicht um ein Solo Produkt handele, sondern um ein Gerät
aus Solo Minor Teilen wie es damals üblich war, klang wenig glaubhaft.
Dabei gab es dann auch den Hinweis auf die Firma Schefenacker, die heute Zubehör für die
Automobilindustrie fertigt. Dieser Hinweis sollte sich dann auch noch festigen. Mit Solo
Produkten und Produkten aus der damaligen Zeit aus dem Hause Schefenacker hatte ich ja
bereits Erfahrung, und Blau ist nicht gleich Blau.
Das Solo Blau ist erheblich heller.
Nach altbekannter Art wird das Gerät vom Schmutz und lockeren Lackschichten befreit und immer auf tiefer
liegende Schichten geachtet. Die sichtbare Lackschicht entspricht der die ich von den beiden
Schefenacker AS1 kenne.
Wenn es wirklich keine Solo ist sollte ein helleres Blau zum Vorschein kommen.
und so kam auch an den als Solo erkannten Teilen ein helles Solo Blau zum Vorschein.
Natürlich habe ich jede Menge Bilder beim Zerlegen angefertigt.
Zu diesem Gerät gibt keine Unterlagen, da hilft
nur das mechanische Auge, die Erinnerung und die Fotos werden beim Zusammenbau helfen.
Überall war Handlungsbedarf, das Sprühgerät soll zwar einmal gut aussehen aber sein Alter nicht verleugnen.
Die Details zeigen noch viel Arbeit und im Geiste nimmt es schon Gestalt an. |
Nachdem alles bis auf das blanke Metall gereinigt, die Spuren der Vergangenheit gelesen waren wurde
alles grundiert und lackiert
Ausnahmen bildeten dabei die Messingteile die in der Landwirtschaft und vor allem im Weinbau immer
einen hohen Stellenwert hatten.
Die Pumpe wurde von dem Schmutz und auch dem Oxydbelag gereinigt, durfte wieder etwas anlaufen und erhielt
dann eine Versiegelung.
Die reichlich verbauten Kunststoffteile habe ich mit Kunststoffreiniger und Autowachs wieder aufgepeppt,
nicht alle Spuren sollten verwischt werden.
Das würde nicht glaubhaft wirken.
Der Vergaser war von der Motorsense verbraucht, die Lamellenkupplung ebenso, auch diese Teile
mussten wieder her.
Den Vergaser bekam ich von einem Oldtimer Freund Helmut Metzger,
die Kupplung habe ich im ebay ersteigert, da gehörte noch ein Einachser Getriebe dazu..
Der Rumpf ist fertig,
so nimmt es langsam Gestalt an, aber es warten noch viele Teile und es werden noch viele Ideen gebraucht.
Ein großes Problem stellte die Turbine dar, sie war gebrochen und mit weissem Spachtel sowie einer
Metallschelle zusammengehalten. Beim Zerlegen löste sich dieser Verbund auf, es sah auch etwas klobig
aus, auch da waren wieder Ideen gefragt.
Die Wahrscheinlichkeit hier Ersatz zu finden war nicht als groß einzuschätzen, aber mit modernen Werkstoffen
kann man ja bekanntlich einiges erreichen......
So habe ich mir aus dünnen Alublechstreifen, Holz und doppelseitigem Klebeband eine Form gebaut, diese habe
ich dann mit einer Mischung aus Poliesterharz und Glasfaserspachtel ausgegossen.
Das Ergebnis war auch sehr klobig aber leider nicht haltbar
und brach bei der ersten Belastung.
Auch Niederlagen bieten Chancen, eine neue Schelle muß her.
Eine Schelle aus zwei Oberteilen einer 70er Abflußrohrschelle gab die Notwendige Festigkeit und zusammen
eine Wohltat für die Augen.
An der neuen Schelle die Ecken abgerundet hat schon viel für die Optik gebracht.
Die Solo typische Kurbel machte da weit weniger Probleme, es ist aber erwähnenswert wie mit dieser
Kurbel zwei Werkzeuge abgebildet wurden......
- Starterkurbel
- Radmutternschlüssel
Es waren noch viele Teile und Details zu bearbeiten, aber es machte wieder richtig Spaß an der
Schefenacker zu arbeiten. Es sollten keine unüberwindlichen Hindernisse mehr auftreten.
Ja dann war da der gebrochen Kupplungsgriff, der die Schaltungsmechanik in Ruhestellung verriegelt und nur
bei gezogener Kupplung die Schaltung freigibt.
Ein alter Bremsgriff von einem Fahrrad war die Grundlage für einen Nachbau.
Der Riemenantrieb war an einer Stelle ausgebrochen,
an dem Spritzgussteilen sind ja alle Maßnahmen schwierig,
da dieses Gerät nur noch zu Demozwecken benutzt wird eine beigelegte Scheibe reichen.
Diese Winterarbeit fand im Keller statt, es ging also sehr eingeengt zu
|