Der Motor hatte von schon zu Beginn keine Zukunft zu erwarten,
der Vorbesitzer hatte bereits eine SOLO Fräse als Erstzteilträger erworben, auf die hatte ich nicht geboten.
Falls ich die gewonnen hätte und die Motorsense nicht wäre mir der Weg zum Abholen viel zu weit gewesen.
Aber nun zu dem kleinen Kraftwerk:
Im eingebauten Zustand konnte man auf alle mögliche mechanische Fehler tippen, ausgebaut fühlte sich das alles etwas anders an.
Kompression war vorhanden, die Lager fühlten sich gut an,aber es fehlte der Zündfunken
Da habe ich viel gelesen und geschraubt,aber nichts erreicht
Gespräche mit alten Mechanikern zeigten, der Weg war zwar ok aber dennoch kein Funken
Also muß das Polrad ab um alles zu sehen.
Die Zündung sollte folgendermassen eingestellt werden:
- Den Kolben etwa 3mm vor OT stellen
- Der Unterbrecherkontakt soll jetzt gerade öffnen
Aber es half nichts, auch nicht der Trick mit dem Papier, damit war das Schicksal des Motors fast besiegelt.
Mit der Lesebrille sah ich dann viel klarer, der Pfeil für die Drehrichtung ging ja in die andere Richtung!!!!
Die ganze Zeit war ich also 2 Dioptrien vom Problem entfernt.
Ein sicherer und kräftiger Zündfunken sorgen für eine tolle Zukunft.
Nun ging es mit Ungeduld und Ausdauer an sichtbare un unsichtbare Probleme, abgebrochene Bolzen wurden fixiert und angeschweißt, der Motor wurde gereinigt und zerlegt.
Sieht schlimm aus, ist aber nur ein Fall für einen öligen Lappen.
Und so gehen wir der Zukunft entgegen.
Jetzt kann man den Stolz der vergangenen Tage wieder erkennen.
Die Lamellenkupplung ist ausgetauscht, leicht ölig und damit vor Rost geschützt
Die Anbauteile sind vorbereitet
Dem Lüfterrad fehlen 3 Lamellen, das würde zur Unwucht führen,
da habe ich die gegenüberliegenden Lamellen dann auch ausgebrochen.
In frühereh Zeiten hat man die Unwucht durch Nieten ausgeglichen.
Nun ist er eingebaut, ein wahrer Prachtkerl..
Der Luftfilter ist auch eingebaut,aber es fehlt noch eine Strebe, dazu sind Nacharbeiten am neuen
Kühlungsblech notwendig
Die konsequente Platzausnutzung ist auch nicht ohne
Der Auspuff kommt später drann
Der Tank ist bereits am Führungholm montiert |
Langsam aber sicher wurden die Teile doch richtig herausgeputzt und die Anspannung war groß,
den großen Tag des Zusammenbaues habe ich herbeigesehnt.
Mit den alten Griffen ist es ja so eine Sache, die sind nicht mehr an jeder Straßenecke zu bekommen,
da habe ich mich für Motorradhandgriffe entschieden, die noch was Würde ausstrahlen.
Der 1. Griff passte auch wie angegossen, der 2. Griff hatte dann aber einen etwas größeren Innendurchmesser,
war wohl für den Gasgriff.
Mit einer Unterfütterung war auch dieses Problemschen zu lösen.
Die Polsterung des Holmes wollte ich erhalten,
aber die passte nicht mehr zur Maschine.
Eine neue Polsterung habe ich aus selbstveschweissenden Isolierband in mehreren Lagen hergestellt und einem
Schrumpfschlauchmantel aufgeschrumpft.
Gas und Kupplungszug sind eingezogen, und auch eine Reserve für das Gelenk des verstellbaren Holms
ist vorhanden.
Es ist einfach schön, wenn so ein seltnes altes Stück wieder zeigt wie solide es doch erbaut wurde
und welchen Glanz es einmal ausgestrahlt hat.
Auch wenn die Handhabung doch zeitweise sehr umständlich ist, denn es soll ja nicht umfallen und den Lack
beschädigen.
Und dann wurde die Freude nochmals gedämpft,
die Kupplung wollte einfach nicht trennen,
der neue Belag war wohl etwas dicker.
Da habe ich dann einen neuen Auslösestift aus einer Imbusschraube gefeilt,
da ich ohne Maße arbeitete, mußte ich das Getriebe dafür 3 mal zerlegen und probieren.
Aber was ist das alles gegen diesen Anblick, da kann ich richtig mit dem Hersteller und dem ersten Besitzer
fühlen, die waren sicher mächtig stolz auf ihr Produkt bzw. die neue Maschine.
Aber es wird noch nicht langweilig, der Messerbalken braucht noch viel Zuneigung
und die wird er auch bekommen
Schon beim Abholen war klar, daß der Messebalken sehr stark gelitten hat und bei der Restauration eine
Herausforderung sein wird.
Zuerst wollte ich den Messerbalken sandstrahlen lassen und möglichst viele der alten Teile erhalten,
dann kamen Bedenken, daß danach viele Teile bis zur Unkenntlichkeit "verbraucht" wären.
Die nächste Entscheidung war dann alles mit der Drahtbürste (schonend) reinigen und nur wenig zu
rekonstruieren.
Die Bilder zeigen das untere Messer und alle Kleinteile in schwarz, dies wollte ich erhalten,
das obere Messer ist teils schwarz, teils "natur", davon sollte der schwarze Teil erhalten werden.
Aber es kam wieder anders.
Der Balkenschuh bekam neue Farbeund und neue Schrauben.
Alle Gewindelöcher habe ich nachgearbeitet, kaum zu glauben daß,
ich da vor Kurzem noch Schrauben herausgedreht hatte.
Die Bilder zeigt das neue Mähmesser und im Vergleich das alte Messer,
Klingen für die Motorsense von Solo aufzutreiben war unwahrscheinlich, so habe ich im Internet gesucht und
bei www.motorruf.de fand ich Klingen die nicht nur der entsprechenden Maschinen zugeordnet waren
die waren auch mit einer Bemaßung versehen.
Es gab einiges zu improvisieren, aber es sieht erstmal gut aus.
Die Führungen mußten auch an die Veränderungen des Messers angepasst werden,
jetzt kann ich nur den Probelauf abwarten, der ist aber noch von 2 Schrauben M14, Senkkopf abhängig
die ich bislang nicht auftreiben konnte
Nun erstrahlt die SOLO Motorsense im Glanz der längst vergangenen Zeiten, es gibt noch leichte Probleme,
aber auch die werden wir noch überwinden
Der Messerbalken ist angebaut, die beiden Problemschrauben gab es bei Firma Geiger in Worms!!!
Die Bilder zeigen auch noch das alte Messer als Kontrast.
Die Vergrößerung zeigt auch, daß der Zahn der Zeit am unteren Teil des Messerbalkens heftig genagt hat,
aber wir wollen ja das Alter und die Geschichte dieses seltenen Gerätes nicht verdecken.
Unserere Arbeit soll die Techniken der vergangenen Zeiten aufzeigen und die damaligen Produkte
den Menschen der Gegenwart näher bringen. Natürlich wollen wir diese auch für zukünftige
Generationen bewahren.
|