Massey-Harris Pony
Hohe Produktionszahlen aber wenig bekannt
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Meine MH Pony's:
Im Jahr 2017 kaufte ich mir ein MH Pony wegen seinem amiartigen Aussehens, damals hatte ich
mir wenig Gedanken
um den Hersteller und seine Baureihen gemacht. Nachdem ich mich dann damit befasst hatte stellte ich fest,
dass mir ein ganz besonderer Fang gelungen war, es war ein Pony 812 TM also eins der wenigen mit
Peugeot 203 TM Motor. Dabei rollte ich auch die Geschichte der Pony Baureihe auf. Konstruiert
und gebaut wurde der Schlepper in Kanada (Toronto und Woodstock) als Pony 11. Vermutlich war er für den
amerikanischen Markt doch etwas klein geraten und man schaute sich nach alternativen Märkten um. Europa
mit seinen kleinen Höfen erschien dafür wohl wie geschaffen, die Entscheidung wurde in der Folgezeit auch mit
hohen Stückzahlen belohnt. In Frankreich (Marquette-lez-Lille) gab es ein MH Werk für Landmaschinen, da
montierte man dann das Kanadische Pony 11 unter der Bezeichnung Pony 811. Transport und Zoll waren jedoch
in den Herstellungskosten und somit im Verkaufspreis schon eine Hausnummer, so sah man sich im Land nach
Alternativen um. Bei SIMCA fand man einen Motor, den gußeisernen Motorträgerrahmen passte man dann aus Stahl
an. So entstand dann der Pony 812. Zum Ende der Bauzeit wurden noch einige Exemplare mit dem Motor des
Peugeot 203 gebaut. Diese sind vom Nachfolger Pony 820 kaum zu unterscheiden. Lediglich das Getriebe
war weiterhin das 3/1 Getriebe. Für das Pony 820 gab es dann ein 5/1 Getriebe sowie 3 Motorvarianten,
SIMCA, Peugeot und den Hanomag 2 Zylinder 2 Takt Motor.
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Unsere beiden MH Pony
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Pony 812
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SIMCA Motor
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Baujahr 1954
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Pony 812 TM
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Peugeot 203 TM Motor
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Baujahr 1956
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Spuren der Vergangenheit
Nun zur Geschichte meiner beiden MH Pony's:
Das erste war noch in einem optisch guten Zustand, kleine Ausbesserungen und Konservierungen waren angesagt
um diesen Schlepper im Originalzustand zu erhalten.
Letztendlich war das aufwendiger wie eine neue Lackierung, hat sich aber gelohnt.
Der Motor verlangte viel Zuneigung, vom Vorbesitzer wurde die Zündung nach Gehör eingestellt ...., die
Leerlaufdrehzahl kam nicht unter 1500 RPM. Erst einmal Unterlagen zum Peugeot 203 TM Motor
besorgen und die
Grundeinstellungen vornehmen. Danach lief der Motor zwar runder aber die Leerlaufdrehzahl war immer noch zu
hoch. Damit kommt dann der Vergaser ins Spiel, ja der sah nicht gut aus, einige Teile waren schwergängig,
andere wiederum einfach festsitzend. Ein Vergaser für den Peugeot 203 war in ebay zu finden, oh Wunder
der
passte nicht, der Motor war ja von 45PS auf 15PS gedrosselt. Dies geschah wohl durch einen kleineren Vergaser
und den Drehzahlregler. Also ging es an den Originalen Vergaser, reinigen und was schwergängig war mit
Reiniger und Öl bearbeiten. So war er erst einmal akzeptabel
im Lauf und der Drehzahl. Den Rest besorgte dann der laufende Motor, der Regler hält ja die Drosselklappe in
Bewegung und das bringt in manchen Fällen mehr wie die Arbeit des Mechanikers, aber das
dicke Ende kam dan
2 Jahre später nach.
Die Elektrik war nicht mehr vorhanden und musste komplett erneuert werden. Lediglich der markante
Lichtschalter blieb erhalten. Die Vollabnahme wurde wegen fehlenden Daten etwas aufwendiger, da gab es nur
die Möglichkeit die Daten aus verschiedenen Quellen zu sammeln und zu katalogisieren. Anschließend dann diese
zusammen mit dem TÜV Ingenieur verifizieren.
Doch dann kamen die dicken Bretter, Zulassung mit vorhandenen französischen Papieren ist sehr aufwendig, ein
lückenloser Nachweis vom letzten Besitzer bis zu mir war zu erbringen, ja das dauerte Monate. Nachdem endlich
das Wunschkennzeichen zugeteilt war kam die erste Fahrt, an das Leckbart Heisje (Weinbergshäuschen) in der
Guntersblumer Gemarkung, ja so macht es Spaß. Auf dem Heimweg ein Zwischenstopp auf dem neuen Parkplatz
einer Gastwirtschaft und das Öl ist aus dem normal trockenen Bereich des Achstrichters (Bremse) gelaufen,
nicht nur getropft. Mehrere Versuche das Getriebe zum Achstrichter abzudichten brachten keinen Erfolg.
Beim letzten Versuch sahen wir dann an einem Lackschaden einen Messingfarbenen Untergrund,
ja der Achstrichter war schon mal repariert, eine Lagerschale war gebrochen, die Innereien der Portalachse
zerschlissen und das Öl stammte aus der Portalachse. Ersatzteilbeschaffung in Europa war aussichtslos und
aus Amerika war der Transport unbezahlbar.
Zu diesem Zeitpunkt wurden in ebay Kleinanzeigen einige dieser Schlepper angeboten, das war schon mal
günstiger wie die Ersatzteile aus Amerika. Den Rest des Schleppers wollte ich als Einzelteile vermarkten,
aber es fehlte der Markt.
Kurzum hatte ich dann einen 2. Pony 812 aus dem Westerwald, diesmal mit SIMCA Motor, in der
Garage stehen.
Kein Markt für die Einzelteile und zu schade für den Schrott. Ein neuer Plan musste her.
In der Eifel gab es zeitgleich noch ein Mähwerk und ein Massey-Harris Pflug, ja warum nicht mal was wagen.
Insgeheim begeisterten mich die amerikanischen ROW Crop und NFE (Narrow Front End) Schlepper, ja auch die
kreativen Eigenbauten aus der ehemaligen DDR. Der Neue Plan war nun die Vorderachse muss weg und es wird ein
NFE Schlepper mit Mähwerk.
Wir planen auch einen Heckträger der an beide Pony's passt und einen Stoppschalter
(Kill Switch) um evtl. interessierten Personen das Erlebnis bieten zu können einmal einen Oldtimer
Schlepper mit Benzinmotor selbst zu fahren. Der Sicherheit halber ist da eine Trennstelle notwendig,
die zum sofortigen Motorstillstand führt wenn die Aufsichtsperson auf den Heckträger verloren geht.
Meine Beweggründe für den Umbau
Meine Idee war dann, dass jedes Land/Region der Vergangenheit dieses Unikates sichtbare Zeichen hinterlässt.
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Land / Region
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Regionale Merkmale
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Kanada / Nordamerika
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Da stand das Reißbrett
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Narrow Front End (NFE), schmale Vorderachse
Sonnenschirm
Kanadisches Kennzeichen (Ontario, fake)
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Frankreich
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Herstellerwerk in
Marquette-lez-Lille
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SIMCA Motor
Rundumleuchten
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Deutschland
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Umbau und Restauration
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Herrichtung nach STVO Vorgaben (Beleuchtung "Nummernschilder")
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In den Wintermonaten ging es dann unter beengten Verhältnissen mit der
Restauration / Umbau los.
Verschiedene Modelle
Verschiedenen Modelle*) des Massey-Harris Pony wurden von 1947 bis 1961 gebaut
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*) Modell
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Baujahr
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Motor
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verkaufte Exemplare
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| von |
bis |
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MH - Pony 11
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1947
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1954
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N62 Continental (11PS)
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ca. 28.000
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MH - Pony 14
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1951
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1954
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Spezialschlepper,
Industrievariante zum Schleppen
großer Lasten
- Güterwagon
- Lastkähne
- Flugzeuge
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74
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MH - Pony 811
MH - Pony 812
MH - Pony 840
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1952
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1957
| SIMCA M1),
Peugeot 203 TM M2)
| über 50.000 |
MH - Pony 820
MH - Pony 821
MF21
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1957
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1961
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SIMCAM1),
Peugeot 203 TM M2) ,
Hanomag D621 M3)
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ca 40.000
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M1)
SIMCA Motor von SIMCA Aronde (Produktionszeitraum 1951-1955)
Motorbezeichnung SIMCA 8 bzw. SIMCA 9
Hubraum 1221 cm²
Leistung 45PS auf 15PS gedrosselt
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M2)
Peugeot 203 TM Motor aus dem Peugeot 203 (Produktionszeitraum 1948-1960 )
Hubraum 1290 cm²
Leistung 45PS auf 15PS gedrosselt
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M3)
Hannomag D621 Motor
2 Zylinder
2-Takt Diesel
Hubraum 1020 cm²
Leistung 24PS, auf 18/20 PS gedrosselt
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Firma Massey-Harris / Ferguson:
Die ehemals eigenständigen Firmen Massey (Massey Manufacturing Company)
und Harris (A. Harris and Son Implement) fusionierten im Jahr 1891 zu
Massey-Harris. Diese Firma handelte ab 1917 mit Traktoren der Parrett Tractor Company,
die ab 1919 dann in eigener Regie gebaut wurden.
1925 kam dann noch das Werk für Erntemaschinen in Marquette-lez-Lille (Frankreich) dazu.
Nach der Fusion mit Ferguson zur Massey Harris Ferguson. Beide Partner verfolgten noch einige Zeit
ihre Produktlinien, so gab es auch graue Pony's für den Ferguson Vertriebskanal.
Ab 1958 firmierte man dann unter Massey-Ferguson Company die wir heute als MF kennen.
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